Chronik Turnverein 1884 Dülmen e.V.

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Verein - Nachrichten
Geschrieben von: Jubiläumszeitschrift 125 Jahre TV 1884 Dülmen e.V.   
Samstag, den 05. November 2011 um 21:47 Uhr

Von der Gründung bis heute

Dülmen vor 125 Jahren – im Jahre 1884. Ein kleines, verträumtes Städtchen mit 4378 Einwohnern im Münsterland, nördlich am Rand des durch die industrielle Revolution erwachenden Ruhrgebiets gelegen.

Es gab keine sportlichen Aktivitäten und so entschlossen sich einige Bürger dieses zu ändern. Den Anstoß zu diesem Treffen gaben Nachrichten, die die Dülmener aus der Märkischen Heide, vor den Toren Berlins, erreichten. Man erzählte sich hinter vorgehaltener Hand, dass dort einst ein Mann namens Friedrich Ludwig Jahn zusammen mit jungen Männern unter freiem Himmel Turnübungen zur Stärkung des Körpers und des Geistes machte. Und ein Schlagwort hatte er auch ausgegeben:

Frisch – Fromm – Fröhlich – Frei

sei das Motto, nachdem man in der Märkischen Heide einst zu Werke ging. Deshalb trafen sich am 28. Mai 1884 in Saal Lohmann ca. 20 Personen, um den ersten Sportverein, genauer gesagt einen Turnverein, in Dülmen zu gründen. Der Initiator war der Dülmener Postassistent Karl Diekmann. Mit diesen Gedanken in den Köpfen der Versammelten tauschte man sich eifrig und lebhaft aus und als sie am späten Abend auseinander gingen, waren sie fest entschlossen, es dem Turnvater Jahn, der heute als Begründer der deutschen Turnbewegung gilt, nachzutun.

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Eine bekanntermaßen positive Wesensart der Westfalen ist es, einmal Beschlossenes ohne viel Worte in Angriff zu nehmen. Ihr buchstäblicher Dickschädel half ihnen dabei, alle sich auftuenden Hürden zu überwinden. So zögerten sie nicht lange, sondern krempelten die Ärmel hoch und packten an. So hatten sie den Grundstein für das Haus des Dülmener Sports gelegt, in dem in den folgenden Jahren eine immer größer werdende Familie, zunächst von Turnern und später auch anderen Sportlern, ihren Platz finden sollte.

Nach kurzer, aber intensiver Vorbereitung, u. a. mit einer Werbekampagne und einem Aufruf im Dülmener Anzeiger sich an der Gründungsversammlung am 5. Juni zu beteiligen, vom Gründungsmitglied Karl Pütz initiiert, kamen die Männer der ersten Stunde im Gasthof Sternemann zusammen. Der Turnverein „Westfalia" war geboren und am 7. Juni 1884 genehmigten der Bürgermeister, Major a. D. Bocksfeld, und der Gemeinderat das Vereinsstatut, das nach dem Normstatut der Deutschen Turnerschaft ausgelegt war. Zunächst wurden nur männliche Mitglieder ab einem Alter von 17 Jahren aufgenommen. Einen Monat später wurde eine Schülerturnriege aufgestellt, in der die Altersgruppe der 14 bis 17-jährigen vertreten war. Dies war in den Statuten festgelegt. Dort hieß es wörtlich: „Jeder unbescholtene junge Mann über 17 Jahre wird als Turner aufgenommen. Junge Leute von 14 bis 17 Jahren werden in die Turnschülerriege eingestellt." Das heißt, dass Jugendliche erst nach Ende der Schulzeit mit dem Sport in Berührung kamen, denn Schulsport gab es in jenen Tagen nicht. Es wurde eine Aufnahmegebühr, damals „Eintrittsgeld" genannt, von 1,50 Mark von erwachsenen Turnern erhoben, Jugendliche zahlten 50 Pfennige. Der monatliche Beitrag betrug 25 Pfennige für Erwachsene und 20 Pfennige für Jugendliche. Wer nicht aktiv am Turnen teilnehmen wollte oder konnte, der wurde als Turnfreund für einen Jahresbeitrag von drei Mark aufgenommen. Die Turnfreunde hatten freien Zugang zu allen Turnstunden und Festlichkeiten. Das Haus des Dülmener Sports war gebaut, nun konnte in den nächsten Jahren der Innenausbau und immer weitere Anbauten erfolgen. Karl Diekmann wurde in der ersten Hauptversammlung zum Vorsitzenden und zum Turnwart gewählt. Weiterhin gehörten die Herren Jäger, Wierling, Hessel und Mais dem Vorstand an, der sich seinerzeit „Turnrath" nannte.

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In den Anfängen nutzten die Turner einen kleinen Raum des Kinderwohnheims. Später fanden die Turnabende in dem Gasthof Sternemann statt. Rückhalt und Unterstützung fand der Verein bei wohlhabenden Bürgern der Stadt, die mit beachtlichen Geldspenden die Anschaffung der ersten Sportgeräte ermöglichten. Aber nicht das heute allseits bekannten Gerätturnen an Barren, Reck, Ringen oder Pferd wurde seinerzeit ausgeübt, sondern das Stabturnen, heute fast in Vergessenheit geraten, bildete den Schwerpunkt der Turnübungen.

Der Verein wurde nun offiziell in die Deutsche Turnerschaft aufgenommen und komplettierte als zwölfter Bezirksverein den achten Kreis des Hellweg-Märkischen-Turngaues. Die Aufnahme erlaubte den Turnern der „Westfalia" an den Bezirks- und Gauturnfesten, die von der Deutschen Turnerschaft ausgerichtet wurden, teilzunehmen.

Die junge „Westfalia" schaffte es, durch intensives Training sowie Enthusiasmus und Idealismus bei Wettkämpfen gut abzuschneiden.

Dank zahlreicher Spenden aus der Bevölkerung konnte sich der junge Verein eine Fahne anschaffen. Die Fahnenweihe fand zusammen mit dem ersten Stiftungsfest am 28. Juni 1885 statt. Der hohe Stellenwert dieses Ereignisses lässt sich daran ablesen, dass sieben Vereine aus der Umgebung anreisten um der Zeremonie beizuwohnen. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Männergesangsverein, der älteste Verein am Ort, sowie die Artillerie-Kapelle aus Münster. Während des Konzertes fand ein Preisturnen für die Gastvereine statt. Den Abschluss des Tages bildete ein Festball. Leider ging die Fahne als historisches Erinnerungsstück im Zweiten Weltkrieg verloren.

Bei seinem zweiten Stiftungsfest im darauf folgenden Jahr hatte der Verein bereits 50 Mitglieder. Der stetige Zustrom turnbegeisterter junger Männer aus Dülmen und dem Umland hatte zur Folge, dass die Mitgliederzahl immer weiter anstieg. So herrschte bereits Ende des 19. Jahrhunderts ein reges turnerisches Vereinsleben.

Weiteren Auftrieb und Zulauf erhielt der Verein, als am 1. Juni 1895 vor dem Münstertor eine Badeanstalt eröffnet wurde. Der Verein unterhielt nun auch eine Schwimmabteilung und nannte sich ab 1902 „Turn - und Schwimmverein Westfalia", kurz „TuS" genannt.

Doch wo Erfolge verbucht werden, sind Neider und Nachahmer bekanntermaßen nicht fern.

So machte zwischen 1900 und dem Ersten Weltkrieg ein zweiter, „wilder" Turnverein von sich reden. Den Mitgliedern dieses Vereins ging es jedoch nur vordergründig um den Jahnschen Gedanken. Ihr Hauptziel war es möglichst viele Sach- und Geldpreise zu erturnen. So kam es dann auch, dass dieser Verein nicht lange existierte.

Die erfolgreiche Entwicklung der Westfalia wurde durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges abrupt beendet. Viele Aktive zogen, für die damalige Zeit typisch, begeistert in den Krieg und verloren ihr Leben oder ihre Gesundheit. Als die Glocken der Dülmener St.-Viktor-Kirche endlich das Ende des Ersten Weltkrieges verkündeten, war zunächst jeder Wille zum Sport erloschen.

Die ersten Versuche das Turnen wieder zu beleben unternahm der katholische Kolping-Gesellenverein mit dem dazugehörigen Lehrlingsverbund. Doch es kam zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Turnern und dem Vorstand, so dass der Turnbetrieb schnell wieder zum erliegen kam.

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1920 begannen Alfons Michels und viele andere der „alten" Westfalia wieder Leben einzuhauchen. Das war nun die Wiedergeburt des Vereins und unter dem Vorsitz des 1. Vorsitzenden Heinrich Lenfert begann der Aufschwung. Schmitz an den Türmen wurde das neue Vereinslokal.

Das Training fand in der Halle des Gymnasiums statt und schon im Herbst des gleichen Jahres traten die Turner mit einem Schauturnen an die Öffentlichkeit. Sie zeigten damit, dass sie nach kurzer Zeit wieder gut in Form waren und auch die Schrecken und Entbehrungen des Krieges den Willen zum Sport nicht brechen konnten.

Der erste Höhepunkt nach der Wiedergründung war die Teilnahme am 13. Deutschen Turnfest 1923 in München. Das war kein leichtes Unterfangen in jenen Tagen. Zum Einen herrschten durch die Inflation materielle Sorgen und Nöte, zum Anderen war das Ruhrgebiet von französischen Truppen besetzt, die den vaterländisch gesonnenen Turnern keinerlei Sympathie entgegenbrachten und so eine fast unüberwindbare Reisebarriere darstellte. Jedoch konnten diese Widrigkeiten die Turner nicht von ihrer Reise abhalten, denn die Aktiven zeigten wieder einmal ihren sprichwörtlichen westfälischen Dickschädel. Zum Glück stellte die Teilnahme an Bezirks- und Gaumeisterschaften die Aktiven vor weitaus geringere Probleme. Auch war es nun wieder möglich an überregionalen Schwimmwettkämpfen teilzunehmen. Die Wiedergründung nach dem Krieg war also ein voller Erfolg.

tvd chronik3Ein weiterer, sogar jährlicher Höhepunkt für den TuS war der Turnwettkampf Haltern-Sythen-Dülmen, den die Dülmener meistens für sich entschieden. Dabei kam es 1925 zu einem tragischen Vorfall. Dülmen und Haltern lagen nach dem Wettkampf punktgleich und weil nicht das Los über Sieg und Niederlagen entscheiden sollte, sollten die beiden Besten jedes Vereins noch einmal an die Geräte gehen. Bei der Reckübung stürzte der Halterner Turner Johann Onnebrink so unglücklich, dass er kurz darauf verstarb. Zu seinem Gedenken wurde der Wettkampf Haltern-Sythen-Dülmen lange Zeit als Onnebrink-Gedächtnis-Turnen ausgetragen.

Im Jahr 1926 fand vom 27. Juni bis 4. Juli eine Reichsgesundheitswoche statt. Da schon Friedrich Ludwig Jahn die Bedeutung des Sports für das allgemeine Wohlbefinden erkannt hatte, beteiligte sich die Westfalia daran. Zum Auftakt dieser Reichsgesundheitswoche feierte der Verein sein 6. Stiftungsfest nach der Wiedergründung. Im Anschluss daran folgte der Beitrag der Westfalia. Es kamen Turnübungen zur Aufführung, die nach Altersklassen differenziert wurden, so dass für alle Altersgruppen passende Übungen gezeigt wurden, um so das Interesse für das Turnen zu wecken. Diese Vorführung war der einzige praktische Beitrag der Reichsgesundheitswoche in Dülmen, die ansonsten nur aus Filmvorführungen und Vorträgen bestand.

Neuland betrat der Verein am 26. November 1931. An diesem Tag wurde eine Damenturnriege ins Leben gerufen. In jenen Jahren wurde aber neben dem Turnen und dem Schwimmen die Leichtathletik und der Handball immer populärer.

Auf Betreiben des TuS wurde das Gauschwimmfest der Deutschen Turnerschaft 1932 im Hausdülmener Strandbad ausgetragen. Den Anlass dazu gab der Bau der 50 m Bahn. Trotz schlechten Wetters kamen 400 Schwimmer zusammen, um sich im sportlichen Wettstreit vor etwa 1000 Zuschauer  zu messen. So wurde dieses Schwimmfest zu einem Höhepunkt in der Geschichte des Sports in Dülmen, insbesondere des Schwimmsports.

tvd chronik4Im Jahr 1933 stellte das 15. Deutsche Turnfest in Stuttgart den sportlichen Höhepunkt des Jahres da. Hierzu reisten die Turnerinnen und Turner aus dem gesamten Land in Sonderzügen an. Den damaligen Zeitungsberichten zufolge herrschte in der Schwabenmetropole eine äußerst ausgelassene Feststimmung. Diese gute Stimmung veranlasste dann auch die meisten Teilnehmer aus Dülmen dazu, ihren Aufenthalt in Stuttgart zu verlängern. So kam es, dass zum Zeitpunkt der geplanten Rückkehr nur vier von 50 Aktiven den Weg zurück nach Dülmen fanden. Viele befürchteten oder wussten es schon, dass es mit der Herrlichkeit bald vorüber sein sollte, da die Nationalsozialisten im Januar die Macht übernommen hatten. Trotz dieses Umstandes und der wirtschaftlich schwierigen Situation begann man mit den Vorbereitungen für das 50-jährige Vereinsjubiläum.

Doch noch vor den Feierlichkeiten zu dem Jubiläum zeigten sich die negativen Auswirkungen der Machtübernahme, die sich auch nicht unwesentlich auf die Vereinslandschaft auswirkten. Zunächst kam es im Rahmen der Gleichschaltung zum Zwangszusammenschluss der Westfalia mit den DJK Sportfreunden von 1920. Dieser wurde am 25. März 1934, auf Betreiben der Machthaber vollzogen. Der so entstandene Verein nannte sich „Turn- und Spielverein Dülmen 1884". Dieser „neue" Verein war nun der Deutschen Turnerschaft angeschlossen. Gestützt auf die Geschichte des TuS Westfalia feierte man, am 28. und 29. Juli 1934, das 50-jährige Stiftungsfest. Das größte Ereignis dabei war die Einweihung des Jahnplatzes bei Bispinghoff. Dieser wurde dann bis Endes 1935 mit viel Eigenleistung zu einem ansehnlichen Sportplatz mit 400 Meter Laufbahn ausgebaut. Trotz dieser erbrachten Eigenleistung kostete der Bau den Verein viel Geld.

Der Zwangszusammenschluss zum „Turn- und Spielverein Dülmen 1884" war jedoch nur der Anfang vom Ende. Von politischer Seite war beabsichtigt, alle Sportvereine in einer Stadt, so auch in Dülmen, zu einem zusammenzulegen. Der zunehmende Druck örtlicher und regionaler Parteiführer sorgte daher für weitere Unruhe unter den Sportlern. Dieser Druck reichte bis in Familien hinein und machte auch vor beruflicher Existenzgefährdung nicht halt. So kam es zum Zusammenschluss des TuS Westfalia mit dem 1936 gegründeten Verein Turn- und Spielgemeinde (TSG), dem zuvor die Mitglieder des VfL beigetreten waren. Von offizieller Seite wurde von einem Beitritt gesprochen. Es wurde jedoch erheblicher Druck ausgeübt. So wurde dem TuS durch den Reichsbund für Leibesübungen untersagt, den von ihm gebauten und finanzierten Sportplatz zu benutzen, sowie irgendwelche Vereinsveranstaltungen durchzuführen. Ferner durfte die Fußballmannschaft nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen. Durch den damaligen Bürgermeister Helms wurde zudem noch die Benutzung der Sporthalle verweigert. Durch diesen Druck gezwungen traten die Mitglieder des TuS am 6. März 1937 der TSG bei. Das einzige,  was die Mitglieder des TuS erreichen konnten, war die Jahreszahl 1884 im Namen des „neuen" Vereins. Dieser hieß nun: T. S. G. 1884. und zählte bis zu 600 Mitglieder. Der Trainingsplan wurde durch die Disziplin „Nahkampfübungen" erweitert. Diese Tatsache ließ nichts Gutes für die Zukunft erwarten.

Um das Beste aus der aufgezwungen Situation zu machen führte man den Sportbetrieb so weit es ging normal weiter. So wurden auch in den nächsten Jahren regelmäßig die Bezirks- und Gauturnfeste besucht.

Im September 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus. Durch den Kriegsbeginn wurde der Sportbetrieb für die über 18-jährigen sofort eingestellt. Der Sport- und Wettkampfbetrieb wurde nur für Jugendliche bis zu 18 Jahren aufrecht erhalten. Mit Dauer des Krieges nahmen die sportlichen Aktivitäten immer weiter ab und kamen schließlich ganz zum Erliegen, da zuerst die Männer und später auch die Jugendlichen und Kinder in den Krieg geschickt wurden und sinnlos ihr Leben oder Gesundheit verloren. Am Ende des Krieges war Dülmen durch die Luftangriffe der Alliierten zu weit über 90 Prozent zerstört. Unter den Trümmern war auch der Gedanke an den Sport begraben, denn die Dülmener jener Tage hatten andere Sorgen. Aber kaum, dass die größte Not gelindert war – man hatte ein mehr oder weniger notdürftiges Zuhause und der Hunger war dank alliierter Hilfe gebannt – spross auch schon wieder das zarte Pflänzchen Sport.

Und so kam es, dass sich am 11. November 1949 - andere läuten an diesem Datum die Fünfte Jahreszeit ein - 12 Personen im Lokal Runte trafen. Sie beschlossen in Anlehnung an die Turntradition den TuS unter dem Namen TV 1884 Dülmen wieder ins Leben zu rufen. Sie wählten Dr. Bremer bis zur ersten ordentlichen Hauptversammlung zum 1. Vorsitzenden und Franz Kevelaer zu seinem Vertreter. Alfons Michels wurde zum ersten Turnwart gewählt. Es wurde zunächst im Kolpinghaus geturnt, da die Turnhalle des Gymnasiums im Krieg zerstört war. Ein paar alte und verrostete Turngeräte hatten den Krieg mehr oder weniger überstanden. Und wieder einmal zeigten die Turner Eigeninitiative und stellten aus Geldmangel die benötigten Matten selber her.

tvd chronik5Bei der ersten ordentlichen Hauptversammlung am 6. Januar 1950 hatte der Verein bereits 128 Mitglieder. Auf dieser Sitzung wurde u. a. beschlossen, wieder einen Damenturnabend einzuführen. Der erste Damenturnabend fand am 18. Januar unter Leitung von Irmgard Michels, der Tochter von Alfons Michels, statt.

Bereits am 19. März des gleichen Jahres konnten die Turner mit einem Schauturnen zu Werbezwecken in die Öffentlichkeit treten. Am Himmelfahrtstag fand erstmalig nach dem Krieg die traditionelle Götzwanderung statt. An dieser nahmen 145 Mitglieder teil. Zur Stärkung gab es Erbsensuppe mit Bockwurst. Daran hat sich auch 20 Jahre später nichts geändert. Es gab noch weitere Wanderungen, wie z. B. die Maiwanderung. Leider ging das Interesse an den Wanderungen immer weiter zurück, so dass die Wanderaktivitäten zum Erliegen kamen.

Und am 9. Juni 1951 wurde endlich die lang ersehnte Turnhalle eingeweiht, wodurch sich natürlich die Trainingsbedingungen erheblich verbesserten. Anlässlich der Einweihung traten die Turner mit einem Schauturnen vor die Öffentlichkeit. Auch nahm der TV Dülmen wieder regelmäßig an den Bezirks-, Gau- und Bundesturnfesten teil. Ein Höhepunkt für die Dülmener Turner war das Deutsche Turnfest 1953 in Hamburg, auch wenn die Teilnehmer aus Dülmen in diesem Jahr keinen Siegeskranz erringen konnten.

Anlässlich des 70. Vereinsjubiläums im Jahre 1954 fand ein Gerätevergleichswettkampf zwischen dem Turngau Münsterland und dem Emscher-Ruhr-Gau statt, den die Münsterländer knapp für sich entscheiden konnten. Der traditionelle Turnkampf Dülmen – Haltern wurde von nun an wieder jährlich als Johann – Onnebrink – Gedächtnisturnen ausgetragen. Durch drei Siege nacheinander sicherten sich die Dülmener im November 1955 den 1. Wanderpokal.

In den Sommermonaten betrieb der Verein auch noch Leichtathletik und Faustball auf dem Sportplatz. Dabei gelang es den Turnerinnen bei den Westfälischen Turnspielmeisterschaften im Jahre 1955 den 3. Platz im Faustball zu belegen. Die Mitglieder der 1955 wieder gegründeten Schwimmabteilung fuhren in den Wintermonaten zunächst nach Lünen und/oder Bochum, später nach Recklinghausen ins Hallenbad.

Die verstärkte Jugendarbeit trug auch ihre ersten Früchte. So wurden die Jugendturner 1957 zuerst Bezirksmeister, dann Gaumeister und schließlich Westfalenmeister. Von dem Deutschen Turnfest ein Jahr später in München kehrten zehn Teilnehmer mit einem Siegeskranz zurück.

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Am 25. April 1964 wurde das lang ersehnte Dülmener Hallenbad feierlich eingeweiht. Es galt des Gleiche wie 13 Jahre zuvor für die Turnhalle: Die Qualität der Trainingsstunden wurde erheblich verbessert, da nun die langen Anfahrten entfielen. Und da man nun schon einmal am Feiern war, feierte man bei dieser Gelegenheit auch gleichzeitig das 80. Vereinsjubiläum. Wie sehr dieses Bad von allen herbeigesehnt wurde, verdeutlicht die Aussage des damaligen Schwimmwartes Willi Gill, der sich darüber freute, dass jeden Donnerstag etwa 110 aktive Schwimmer kamen.

Der Rest dieses Jahrzehnts verlief ruhig – dafür begann das nächste umso stürmischer.

1970 gab der Vorsitzenden Franz Kevelaer aus persönlichen Gründen sein Amt auf,nachdem er dem Verein, mit Unterbrechungen, zehn Jahre zur Verfügung gestanden hatte. Dazu kam noch ein gravierendes Problem: Es fanden sich nicht genügend Mitglieder, die bereit waren den Vorstand bei seiner Arbeit zu unterstützen, und so kam es, dass der gesamte Vorstand seine Mitarbeit aufkündigte.

So erklärte sich trotz aller Zweifel Friedrich Ludwig Burghoff bereit, das Amt des 1. Vorsitzenden zu übernehmen. Er forderte alle Mitglieder auf, sich mit neuen Ideen und Engagement in die Vereinsarbeit einzubringen. Seine Absicht sich intensiv um die Vereinsarbeit zu kümmern, wurde durch die Anstrengungen vereitelt, Mitstreiter für die Vorstandsarbeit zu finden. Doch das Ergebnis war ernüchternd. Außer einigen Übungsleitern war kaum jemand im Verein bereit, besonders im Vorstandsbereich Verantwortung zu übernehmen. Daher kam es zwangsläufig zur Arbeitsüberlastung von Friedrich Ludwig Burghoff, der deshalb sein Amt im März 1972 niederlegte. Da auf der Jahreshauptversammlung mangels Kandidaten kein Nachfolger gewählt werden konnte, blieb er jedoch kommissarisch im Amt. Damit begann eine heikle Zeit in der TV-Geschichte. Eine für den 14. April 1972 im Kolpinghaus anberaumte Hauptversammlung hatte nur einen einzigen Tagesordnungspunkt: Die Wahl eines neuen Vorstandes oder die Auflösung des mit Abstand ältesten Sportvereins der Stadt.

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Um die drohende, zwangsweise Auflösung des Verein zu verhindern, wurden verschiedene Vorschläge unterbreitet. Ohne Gegenstimme und bei zwei Enthaltungen wurde der Vorschlag vom Turn- und Jugendwart Bernard Beckmann angenommen. Dieser sah vor, dass die Abteilungen weitestgehend verselbständigt werden. Das bedeutete, dass die Abteilungsleiter die volle Verantwortung und alle anfallenden Arbeiten zu übernehmen hatten. Sollten sie dazu nicht in der Lage sein, mussten sie für Ersatz sorgen, sonst drohte die sofortige Schließung der Abteilung. Durch diese Regelung wurde der Vorstand wesentlich entlastet und der Verein konnte vorerst ohne einen 1. Vorsitzenden weiter existieren.

Es waren bestimmt nicht die besten Voraussetzungen, aber besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen und hier heiligte der Zweck auf jeden Fall die Mittel. Und manchmal muss man die Leute eben zu ihrem Glück zwingen. So wurde der Vereinskollaps vermieden und eine neue Stunde Null war da. Niemand konnte es ahnen, aber am 14. April 1972 begann somit langsam aber sicher der Wiederaufstieg, auch wenn es noch ein langer und steiniger Weg werden sollte. Dass diese Lösung gefunden und mit solch einer deutlichen Mehrheit beschlossen wurde war ein Segen, denn eine Auflösung des Vereins wäre einer Katastrophe gleichgekommen. Denn trotz aller Schwierigkeiten in den vergangen Jahren war es gelungen, den Sportbetrieb nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern auch um neue Sportangebote zu erweitern und in Folge dessen auch die Mitgliederzahl zu steigern. So wurden 1970 die Indiakaabteilung und die Rhythmische Sportgymnastik gegründet. Diese beiden zählen heute zu der Abteilung Breitensport, zu der auch Aerobic und Fun, Sport mit Älteren, Bewegung für Kinder und das Anfang 1972 gegründete Mutter-Kind-Turnen, heute Eltern-Kind-Turnen, zählen. Ihnen folgte am 1. April 1971 die Volleyballabteilung, die noch im gleichen Jahr den Spielbetrieb aufnahm. Diese damals noch junge Sportart wurde zuerst von den Prell- und Faustballern im Verein gespielt, die dadurch jedoch in der Versenkung verschwanden. 1975 folgten die Basketballer, ein Jahr später die Handballer.

Anfang Mai 1974 kam die Überlegung auf, mit einem der anderen Dülmener Sportvereine zu fusionieren, da immer noch kein wirklich funktionierender Vorstand vorhanden war. Dieser Gedanke wurde aber keine vier Wochen später, am 24. Mai 1974, schon wieder verworfen, als Heinz Hinzmann das Ruder des Vereins übernahm. Er brachte den Verein wieder auf Kurs. Im Oktober 1976 folgte ihm Hermann Kemper, der stellvertretender Verwaltungschef des Krankenhauses war. Als Verwaltungsfachmann erkannte er schnell, dass ein moderner Sportverein auf Grund von immer mehr Gesetzen und Vorschriften nicht mehr nach herkömmlichen Vorstellungen zu führen war. Erfreulicherweise sorgten aber auch steigende Mitgliederzahlen, zum Jahresende 1978 waren es 555, für immer mehr Verwaltungsaufwand.

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In der Zwischenzeit wurde im Jahr 1975 von der Volleyballabteilung der „Tiber Cup" für Leistungsmannschaften ins Leben gerufen und ein Jahr später das „Drei – Königs – Turnier" für Jugendmannschaften. Beide Veranstaltungen sind weit über das Münsterland hinaus bekannt und bei den teilnehmenden Vereinen äußerst beliebt. Da beide Veranstaltungen aus den Nähten zu platzen drohten, es kamen teilweise 200 Mannschaften, wurde die Zahl auf 60 begrenzt. Es reisen regelmäßig Mannschaften aus dem Sauerland und sogar aus Luxemburg an.

Es war der Beruf, der dem Verein seinen Vorsitzenden nahm. Doch er fand in Bernhard Timmerhinrich einen geeigneten Nachfolger. Zusammen mit Hans Ueing als 2. Vorsitzenden und Josef Kerkeling als Kassenwart war ein schlagkräftiger Vorstand aus der Taufe gehoben und die Krise endgültig überwunden. So konnte man gelassen dem 100-jährigen Vereinsjubiläum entgegensehen.

Von 500 Mitgliedern im Jahr 1979 wuchs der TV Dülmen bis zum 01.01.1984 auf 756 an. Aus einem Verein, der sich über Jahrzehnte hinweg ausschließlich dem Turnsport widmete, wurde ein Sportträger, der heute zum Turnen, Basketball, Handball, Volleyball, Indiaka, Breitensport und seit März 1984 auch Hockey betreibt.

Im Jubiläumsjahr 1984 hatte der mit Abstand älteste Sportverein in Dülmen seine Mitgliederzahl auf über 750 gesteigert und ist trotz seiner 100 Lenze außerordentlich jung und agil geblieben. Dieses runde Vereinsjubiläum beging man mit einer Festwoche vom 16. bis zum 24. Juni. Die Festlichkeiten wurden im damaligen Vereinslokal Pröbe mit einem Sektempfang eröffnet. Im Anschluss daran stellte der Verein sich in der Dreifachturnhalle des Schulzentrums unter dem Motto Sport und Musik vor. Am Abend fand im Barbara-Haus eine Jugenddisco statt. Der sportliche Höhepunkt fand am Tag darauf in der Dreifachturnhalle statt. Dabei stellten sich die einzelnen Abteilungen vor: Das waren damals natürlich allen voran die Turner, deren Leistungsgruppe mit einer Bodenkür aufwartete und die Nachwuchsgruppe, die mit fließenden Übungen vor das Publikum traten. Die Indiaca- ,Volleyball-, Hockey- und Handballabteilungen zeigten Techniken und gaben danach Kostproben ihres spielerischen Könnens. Die Seniorensportgruppe stelle sich mit Tänzen und Gymnastik, die Gymnastikgruppe mit Übungen mit und ohne Geräte vor. Die Mutter-Kind-Turn-Gruppe, heute Eltern-Kind-Turnen, war mit Ballspielen und Laufübungen vor Ort. Außerdem gab die Rock'n Roll-Gruppe Kostproben ihres Könnens. Den Höhepunkt stellte jedoch der Auftritt der Turngruppe „Los Barros". Diese war gespickt mit Deutschen Meistern, Olympia-, Weltmeisterschafts- und Europameisterschaftsteilnehmern und lieferte ein einstündiges Programm an allen Geräten sowie einer Bodenkür ab. Aus den Reihen des TV war Cati Ramberg mit einer Bodenübung mit von der Partie. Der Turntrainer und Organisator Ingo Tannwitz, aber nicht nur er, war begeistert: „Da sind fast alle Höchstschwierigkeiten von internationaler Klasse gezeigt worden." Ein besonderes Schmankerl war eine zwölf minütige lustige Barrennummer. Abgerundet wurde das sportliche Programm der Festwoche mit zwei Handballspielen. Das erste bestritt die Damenmannschaft des TV gegen die HSG Haltern-Sythen, welches mit 14:11 an die Dülmenerinnen ging. Im zweiten Spiel traten die Herrenmannschaften der HSG Haltern-Sythen gegen dem TV Emsdetten an, der den Ex-Nationaltorwart Rudi Bauer in seinen Reihen hatte, der auch Mitglied der WM-Mannschaft von 1978 war. Den Abschluss der Festwoche stellte der Festball im Kolpinghaus dar.

Der Verein entwickelte sich auch nach dem Vereinsjubiläum munter weiter, und die Angebotspalette wurden immer breiter. So kommen Radsport (1989) und Judo (1992) hinzu. In Folge dessen und dadurch dass die Stadt Dülmen immer weiter wächst, wächst auch die Mitgliederzahl des Vereins. So sind es 10 Jähre später, zum 110-jährigen Vereinsjubiläum, bereits über 1100 aktive Mitglieder. Im Juli des gleichen Jahres wird die Bouleabteilung gegründet. Im September des Jahres betritt der Verein Neuland. Der Verein bietet als neues Angebot die sogenannten „Besondere Sportangebote" an. Im Rahmen dieses neuen Angebotes bietet der Verein als erstes rückenstärkende Gymnastik an. Das besondere dieser Angebote ist, dass sie auch Nicht-Mitgliedern offen stehen.

tvd chronik10Bereits im Jahr 1993 kam der Gedanke auf, dass das „TV-Haus" ein eigenes Haus braucht. Mit diesem war eine eigenen Sporthalle gemeint. Dieses war aus einem einfachen Grund notwendig geworden – es gab nicht genügend Kapazitäten in den bereits vorhandenen, städtischen Hallen. Die ersten Nachfragen bei der Stadt Dülmen lieferten jedoch ein niederschmetterndes Ergebnis. Angesichts leerer Kassen sah die Stadt sich nicht in der Lage in irgendeiner Form zu helfen, sondern verwies darauf, dass eine Halle aus vereinseigenen Mitteln und/oder mit Hilfe von Sponsoren errichtet werden müsste. Erst 1997 kam dann Bewegung in die Sache, als klar wurde, dass die Stadt ein zweites Gymnasium einrichten musste, da das CBG an seine Grenzen stieß und nicht mehr erweitert werden konnte. Schnell war klar, dass das neue Gymnasium auf dem alten Bendix-Gelände entstehen sollte. Da roch der Verein Lunte, denn wo eine Schule entsteht, muss zwangläufig auch eine Sporthalle entstehen. So wurde bei der Stadt der Antrag gestellt, dass die neu entstehende Halle neben der Schule einzig vom TV genutzt werden soll. Zudem wurde beantragt, dem Verein auf dem Gelände Räumlichkeiten zu Einrichtung eines Vereinsheimes zur Verfügung zu stellen, da ein abteilungsübergreifendes Vereinsleben mangels Selbigem nicht stattfinden konnte. Das Projekt Bendix war aus der Taufe gehoben. 1999 wurde bei der Bezirksregierung Münster ein Antrag auf Förderung zur Errichtung des Vereinsheims mit Gymnastikraum, Sanitär- und Sozialräumen sowie eines Geschäftszimmers gestellt. Dieser wurde jedoch zunächst abgelehnt, da keine ausreichenden Landesmittel zur Verfügung standen. Aber wie schon in den Anfängen des Vereins lassen sich Westfalen nicht so schnell von einer Idee abbringen, und so sollte es auch dieses Mal sein. Es gab nur einen entscheidenden Unterschied: jetzt mussten viele Worte gemacht werden und zusätzlich noch Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt werden. So wurden die für diesen Wahlkreis zuständigen Landtags- und Bundestagsabgeordneten eingeschaltet. Das war aus dem Bundestag Frau Dr. Angelica Schwall-Düren und aus dem Landtag Werner Jostmeier. Es kam zu einem regen Schriftverkehr zwischen dem TV, der Stadt, dem zuständigen Landesministerium und der Bezirksregierung. Die Zeit drängte, da der Umbau des alten Bendix-Geländes bereits in vollem Gang war, und man unnötige Baumaßnahmen aus Kostengründen vermeiden wollte. Zudem sollte durch die Baumaßnahme für das Vereinsheim der Unterrichtsablauf der neu entstehenden Schule nicht beeinträchtigt werden. Nachdem der Verein und die Stadt sich über die Einzelheiten der Nutzung geeinigt hatten und alle weiteren Planungen und Gespräche mit den Banken abgeschlossen waren, kam am 27. Juni 2001 die Zusage der Bezirksregierung für die Landesmittel. Da nun die Finanzierung in trockenen Tüchern war, wurde sofort mit den Bauarbeiten begonnen. Am 7. April 2002 war es dann endlich soweit. Das Vereinsheim konnte endlich eingeweiht werden. Vom ersten Gedanken bis zur Fertigstellung waren gut neun Jahre ins Land gezogen. Aber gut Ding will Weile haben. Und da man ja Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hatte, musste etwas Irdisches heraus kommen. Aber wie schon knapp 70 Jahre zuvor beim Bau des Jahn-Platzes war auch dieses mal viel Eigenleistung von den Vereinsmitgliedern von Nöten. Dabei war es der Geschäftsführer Jürgen Döhring und seine Frau Maria, die dafür sorgten, dass die Arbeiten nicht ins Stocken gerieten, indem sie andere Vereinsmitglieder motivierten sich einzubringen, bzw. selbst mit anpackten, wenn es nötig war.

Seit dem Winter 2000/2001 betreibt der TV von Mitte Dezember bis in den Januar hinein eine sehr intensive Öffentlichkeitsarbeit bzw. Werbung, indem er die Eisbahn auf dem Marktplatz betreibt. Neben dem Schlittschuh-Laufen werden auch noch Wettbewerbe wie ein Eishockey-Turnier oder Eisstockschießen angeboten. Im Winter 2005/2006 wurde die Eisbahn gewerblich betrieben, aber seit 2006/2007 ist der TV wieder verantwortlich. Dieses gilt auch für den Winter 2009/2010. Qualität setzt sich am Ende eben doch durch.

Im Jahr 2005 bot der TV dem Abiturienten Tim Risthaus erstmals die Möglichkeit ein Freiwilliges Soziales Jahr als Alternative zum Wehr- bzw. Zivildienst zu absolvieren. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag dabei in der Betreuung von den Minikickern und der damaligen Inliner-Hockey-Gruppe. Auch half er bei anderen Vereinsangeboten und Veranstaltungen, wie z. B. einem Wochenend-Zeltlager, mit. Ihm folgte 2007 Ivona Tolic. Leider kann der Verein diese Möglichkeiten nicht mehr bieten, da die finanziellen Belastungen durch den Gesetzgeber so weit gesteigert wurden, dass eine Finanzierung nicht weiter möglich ist.

Im gleichen Jahr begann auch eine neues Angebot unter der Bezeichnung Extra-Kids, das sich an Kinder im Grundschulalter mit Gewichtsproblemen richtet. Durch Spaß an der Bewegung und Ernährungshinweise für die Kids und die Eltern (so soll pro Trimester zwei Mal zusammen mit den Eltern gekocht werden) soll eine nachhaltige Gewichtsreduktion erreicht werden. Ebenfalls neu seit diesem Jahr ist das Selbstbehauptungstraining für Mädchen und Frauen. Beide Angebote sind Teil der Besonderen Sportangebote, die somit immer weiter ausgebaut werden. Zu diesem Zeitpunkt existieren außerdem Spielgruppen im Vormittagsbereich, Fitness- und Tanz-Stunden für Erwachsene sowie Gesundheitssport-Angebote, wie zum Beispiel Wasser-Gymnastik im Bewegungsbad des Franz-Hospitals.

Als zweite Kampfsportabteilung kam am 17. Dezember 2003 die Taekwondo- Abteilung dazu. Diese richtete am 4. März 2006 das erste Taekwondo-Turnier in Dülmen überhaupt aus. Es nahmen über 400 Kämpfer teil und es kamen 600 Zuschauer. Trotzdem war der Ablauf reibungslos und alle Erwartungen wurden übertroffen. In Folge dessen bekam der Verein für 2007 den Zuschlag um ein Punkteturnier auszurichten. Um dieses Turnier hatten sich acht weitere Vereine beworben. Diese Punkteturniere sind von besonderer Bedeutung, da über gute Leistungen dort eine Aufnahme in den Landeskader mit den dazugehörigen Fördermöglichkeiten erfolgt.

Im Jahr 2007 kam es zu Unstimmigkeiten zwischen den Trainern der Tanzabteilung und dem Vorstand, worauf hin die Trainer und ein Teil der Tänzer den TV verließen. Dieses sollte sich jedoch schon bald als Glücksfall erweisen, denn die neue Abteilungsleitung startete voll durch: Mit Cornelia Bühne konnte eine Trainerin von internationaler Klasse gewonnen werden. Ebenso wurden von Simone Baumeister, deutsche Meisterin im Pompontanz und Twirling, sehr schnell mehrere solche Gruppen für Kinder aufgebaut. Bei ihren ersten Auftritten warteten sie mit guten Leistungen auf, um diese Leistungen dann im Dezember 2008 bei den Deutschen Meisterschaften zu bestätigen. Hier holten die Starter vom TV gleich sechs Meistertitel und drei Vizemeistertitel.

Im Oktober 2007 wurden über die Geschäftsstellen-Leiterin erste Kontakte zu einem französischen Volleyball-Verein aus Albi/Zentralmassiv „UFOLEP 81" per Mail geknüpft. Die Verbindung entstand über eine Internet-Seite des Deutsch-Französischen Jugendwerkes für austausch-interessierte Sportvereine in Kooperation mit der Deutschen Sportjugend. Plötzliche Terminverschiebungen des sowieso recht kurzfristigen Besuches mitten in den Sommerferien 2008  führten dazu, dass keine TV-Volleyballmannschaft vor Ort war. Die Unterbringung der 13 Französinnen erfolgte somit bei „vereinsverbundenen" Familien, die allerdings ebenfalls keine Volleyballer im passenden Alter im Angebot hatten. So wurde das Training durch eine Volleyball-Mannschaft von Adler Buldern unterstützt. Die Woche wurde neben dem täglichen Volleyball-Training mit Besuchen der Wildpferde, des düb, des Hochseilgartens, der Werkstatt „Atelier Kunen", Hip-Hop-Unterricht und Shopping in Münster abwechslungsreich gestaltet. Gegessen wurde mittags im Queens. Nach der Abreise begannen sofort die Planungen für den Rücktausch im Sommer 2009. Wegen der hohen Kosten aufgrund der 1200 km Strecke stellte es sich als schwierig heraus, die Mindestzahl von 8 Mädchen zusammen zu bekommen. Auch hier unterstützen die Adler-Buldern-Volleyballer sowohl die Planung als auch als Mitfahrer den „internationalen Jugendaustausch im Sport". Jedoch wurden die Rückmeldungen aus Albi immer kürzer, zeitlich verzögert verschickt und schließlich mit dem Hinweis auf eine erneute Terminverschiebung mittlerweile als Zeichen dafür angesehen, dass man nicht wirklich erwünscht ist. So wurde der Kontakt mit Rücksprache über das Jugendwerk und die Sportjugend abgebrochen. Allerdings wird die Austauschaktion nach dem Jubiläum neu wieder aufgenommen und auf andere Sportarten und einen Verein ausgerichtet, der nicht so weit entfernt liegt, denn die Erfahrung, die die Französinnen in Dülmen gemacht haben, sollten TV-Mitglieder ebenfalls machen. Sport und Kontakt zu anderer Kultur hautnah, das ist eine sehr schöne Kombination.

 Chronologische Auflistung

1884 Am 28. Mai beschließen 20 Personene im Saale Lohmann einen Turnverein zu gründen. Am 5. Juni findet die Generalversammlung statt am  7. Juni erfolgt die Genehmigung durch den Bürgermeister. Der TV Westfalia ist geboren.
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Liste der Vorstände

Periode 1. Vorsitzender 2. Vorsitzender 1. Kassierer/ Kassenwart Schriftführer/ Geschäftsführer
25.05.2003 - 25.11.2009 Dieter Reuver Ingo Tannwitz Marina Groß Hans Jürgen Döhring
26.11.2009 - 05.05.2010 Jochen Wilms Ingo Tannwitz Matthias Schneider Hans Jürgen Döhring
(bis 31.12.2009)

Auf der Jahreshauptversammlung am 06.05.2010 erfolgt eine organisatorische Umstrukturierung der Vorstandaufgaben.

Periode

Vorstands-vorsitzender (Strategie/ Marketing/ Gesundheit)
Vorstand 1 (Sportbetrieb/ Ganztag)
Vorstand 2 (Mitglieder/ Finanzen)
Vorstand 3 (Halle/ Vereinsheim)
Vorsitzender Finanzbeirat
06.05.2010 - 04.05.2011

Jochen Wilms

Ingo Tannwitz

Matthias Schneider

Reimund Thiele

Volker Bierbaum

05.05.2011 - 02.05.2012 Jochen Wilms Claudia Hypki Matthias Schneider Reimund Thiele Volker Bierbaum
03.05.2012 - aktuell Jochen Wilms Claudia Hypki Matthias Schneider Reimund Thiele Christian Nacke
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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. Juli 2012 um 10:15 Uhr
 
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