Im Eiltempo in die Oberliga

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Volleyball - Damen
Geschrieben von: Stephan Stroth   
Donnerstag, den 07. Mai 2009 um 14:11 Uhr

 

Dülmen. Peter Timmers hatte soeben einen Stehplatz in der mit 250 Zuschauern ausgezeichnet besetzten Dreifachsporthalle des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums gefunden, als plötzlich

alle Dämme zusammenbrachen. Der Sportausschuss-Vorsitzende kam gerade zum richtigen Zeitpunkt, denn nur wenige Sekunden nach seinem Erscheinen war das Volleyball-Relegationsspiel zwischen dem Verbandsliga-Vizemeister TV Dülmen und Oberliga-Achten ATV Haltern beendet. Die Hallenuhr zeigte gerade einmal 17.03 Uhr an, als nach lediglich 63-minütiger Spielzeit schon alles vorbei war. Die Schützlinge von Trainer Rainer Timmerhinrich schmetterten den Gast im Eiltempo wieder zurück in Richtung Stausee. 25:16, 25:13 und 25:22 hieß es am Ende für die Blau-Weißen, die damit nach nur einem Jahr den direkten Wiederaufstieg in die Oberliga unter Dach und Fach brachten.


Dementsprechend groß war die Freude nach dem zweiten verwandelten Matchball. Die Spielerinnen tanzten auf dem Spielfeld im Kreis, lagen sich in den Armen und bedankten sich bei den stets lautstarken Fans für die einzigartige Unterstützung mit der La-Ola-Welle. TV-Spielerin Linda Leifken lief schnell zu ihrem Vater, holte eine Flasche Sekt sowie den Aufstiegskuchen aus einer Tüte, den das Eigengewächs des SV Bösensell liebevoll mit Smarties verzierte. „TV Dülmen - Oberliga“ war zu lesen. Auch Peter Timmers ließ es sich unmittelbar nach dem Ende nicht nehmen, ein Geschenk sowie die entsprechenden Glückwünsche an Spielführerin Stefanie Hüser zu überbringen. Während sich die Akteurinnen unter die Anhänger mischten und schnell die ersten Jubelgesänge herauskrakeelten, stand Rainer Timmerhinrich Rede und Antwort. Der erfahrene Coach war die Ruhe selbst - nach den drei Sätzen zumindest. Während der Partie litt der „Meistermacher“ auf der Ersatzbank mit, stand einige Male auf und gestikulierte wild. Dies geschah besonders in der zunächst sehr ausgeglichenen Anfangsphase. Beiden Teams war die große Bedeutung der Partie anzumerken. Dementsprechend nervös wurde agiert, wobei die Gäste nicht zuletzt aufgrund ihres jungen Alters deutlich mehr Nerven zeigten. „Unsere Zuschauer hatten sicherlich ihren Anteil an dem 3:0-Erfolg“, stellte Timmerhinrich fest, der nach dem Spielende sportlich fair die Glückwünsche seines zum Saisonende ausscheidenden Gegenüber, Frank Regenbogen, entgegen nahm. Trotz des Heimsieges und des damit verbundenen Aufstiegs in die Oberliga bleibt der Dülmener Übungsleiter Realist genug, um genau zu wissen, „dass uns heute eine mittelmäßige Leistung langte“. Deutlich stärkere Gegner werden in der kommenden Saison warten. Deshalb zähle auch vom ersten Spieltag an nur das Saisonziel Klassenerhalt. Über mögliche personelle Verstärkungen wollte Rainer Timmerhinrich in der Stunde des Triumphes nicht sprechen. „Das machen wir später. Jetzt muss ich erst einmal zum 50. Geburtstag meines Onkels.“ Gesagt und verließ am frühen Abend den Parkplatz. Seine Spielerinnen genossen das Bad in der Menge jedoch in vollen Zügen und feierten ausgelassen den souveränen Sieg.

VON MARCO STEINBRENNER
erschienen in der Dülmener Zeitung 03.05.09
 
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