Volleyball (D1): Ich sach mal, das Huhn ist gerupft

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Volleyball - Nachrichten
Geschrieben von: Markus Mohr   
Montag, den 06. Februar 2017 um 11:33 Uhr

20161003 VB Team D1 klein

 

Die "Bad Girls" überzeugen im Spiel gegen Münster 08.

Dülmen (mpm). „Einfach Wahnsinn“, resümieren die TV Trainer Markus Mohr und Ulrich Marx zum just errungenen Sieg über den SC Münster 08, „ein super Spiel auf Augenhöhe. 08 ist ein schwerer Gegner und sehr fairer Verlierer. Das war der Aufstieg für uns“. Im hart umkämpften Spitzenduell unterliegt der SC 08 unerwartet klar mit 3:0 (25:20, 25:22, 25:20) gegen die ersten Volleyballdamen des TV, denen nun nach Ausbau ihrer Tabellenführung der Wiederaufstieg in die Bezirksliga kaum noch zu nehmen ist. In den verbleibenden vier Begegnungen hat der TV ein vermeintlich leichtes Restprogramm vor seinen Verfolgern und könnte sich mit vier Punkten Vorsprung sogar noch eine Niederlage leisten.

Das ausgesprochen freundschaftliche Miteinander beider Mannschaften – man ist letzte Saison gemeinsam abgestiegen – kaschierte nicht, dass Spannung in der Luft lag. Es knisterte förmlich in der Geist-Halle zu Münster. Zwei der höherklassigen Teams der Liga sollten im Duell aufeinandertreffen, beide mit Avancen zum Aufstieg. Nur dem Sieger winkte Fortuna, der Verlierer sollte bis zum letzten Spieltag um die Relegation bangen. Die drei vorherigen Begegnungen gingen alle ausnahmslos in die Verlängerung mit zweimalig kürzerem Ende für den TV.

Der TV setze alle Hoffnung auf seine starke Libera Mimi mit ordnender Hand in Annahme und Abwehr sowie auf seinen variablen Angriff aus allen Lebenslagen. Der SC bekannt für seine angriffslustigen Mittelschwergewichte, die sich mit wuchtigen Bällen in der Liga bereits Respekt verschafft hatten, setzte auf seine Mitte und den hochgewachsenen Block.

Die TV Damen war zwar nervös, aber von Beginn an sehr konzentriert auf dem Platz. Der Schiedsrichter eröffnete den ersten Satz, der SC spulte seinen ersten blaubeschuhten Angriff aus dem Repertoire ab und traf sofort auf eine unüberwindliche Wand. Vorwitzig hatte Soffi in der Mitte geblockt und zeigte dem SC zur Begrüßung, dass heute besser nichts in ihre Reichweite gelangen sollte. Die Initialzündung des jungen Neuzugangs beflügelte die TV Damen zu ihrer bisher besten Saisonleistung. Von nun an wurde jeder Münsteraner Angriff geblockt und im Gegenzug angegriffen, was das Zeugs hielt. Zwischenzeitlich spielte Hanni eine kleine Führung von 14:10 für ihr Team heraus, was der TV sich natürlich nicht mehr nehmen lassen wollte. Der SC wirkte von Beginn an angespannt, leistete sich zu viele Fehlaufschläge und musste sich als Konsequenz im ersten Satz knapp geschlagen geben.

Im zweiten Satz loderte das Feuer noch als der TV loslegte und bereits mit 7:1 führte als der SC aus den Sträuchern kam. Und sie kamen mit Macht, waren endlich erfolgreich mit risikoreichem Service und provozierten eine TV Annahmeschwäche. Urplötzlich lief nichts mehr zusammen, die Annahme versprang und der Angriff landete im Block. Der SC überflügelte den TV und konnte erst beim 9:11 aus TV Sicht gestoppt werden. Münster spielte sich in einen Rausch und baute seine Führung über 14:18 und später auf 18:22 aus. Normalerweise wäre das Huhn gerupft, wenn sich nicht Ritschi ein Herz gefasst und nun knallhart serviert hätte. Unterstützt durch den wachen Block am Netz und die agile Feldabwehr begann der TV Durchmarsch, dem sich der SC nicht mehr in den Weg zu stellen vermochte. Ohne weiteres Federlesens gingen die folgenden sieben Punkte und damit der Satz an den TV. Der SC taumelte.

An einem normalen Spieltag hätten die TV Damen sich nun eine Auszeit gegönnt, ein wenig verschnauft, den Gegner aufgebaut und den Satz hergegeben. Aber nicht heute, nicht gegen Münster 08, nicht gegen den ärgsten Widersacher in der Liga. Mit dem Drive des letzten Satzgewinns im Rücken preschte der TV vor, überrumpelte den SC und heimste sich die ersten Punkte ein. Es stand erst 6:0, dann 11:3 bevor der SC seine Damen formierte und zum Gegenschlag ausholte. Mit nun vollständig offenem Visier setzte der SC auf Brachialangriff über die Mitte und der TV stemmte sich mit seinem Block dagegen. Wenngleich erfolgreicher als in jüngster Vergangenheit konnte der TV nicht verhindern, dass sein Vorsprung zusammenschmolz und der SC über 16:10 mit 20:18 auf Schlagdistanz herankam.

Zum Showdown beim 21:18 aus TV Sicht verletzte sich eine SC Mittelblockerin sehr unglücklich am Knie und musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus verlegt werden. Von diesem Schlag erholte sich Münster nicht mehr. Beim Wiederanpfiff wurden noch ein paar fahrige Bälle gespielt, bevor der Satz durch den erneuten Block von Karin Bähr in der Mitte terminiert wurde.

„Kein Spiel und kein Punkt ist eine solche Verletzung wert“, konstatierte Kapitänin Pipiz stellvertretend für das Dülmener Team nach dem Spiel, „unser Mitgefühl geht an die SC Spielerin verbunden mit den besten Wünschen zur alsbaldigen Genesung“.

Es spielten für den TV:

  1. Ich pack den Hammer nur im Notfall aus.
  2. Du Früchtchen kommst nicht vorbei. Nicht an der Prinzessin.
  3. Zweimal ! Zweimal hab ich sie geblockt! Das glaubt mir keiner.
  4. Auch wenn mir heute lieber war, nicht zu spielen, weiß ich dass ich beim nächsten Mal dran bin.
  5. Guido, Du bekommen Deine Chance, bekommen Deine Chance.
  6. Das ist mir echt jetzt zu viel Ricotta.
  7. Spiel mir dich ans Netz, dann muss ich nicht pritschen.
  8. Ich kann auch Feldabwehr, aber dann kriegt Lulu Schweiß auf der Stirn.
  9. Das Lob nehm ich gerne an, ich weiß, dass ich gut bin.
  10. Wenn ihr mich länger spielen lasst, dann zeig ich Euch, was in mir steckt.
  11. In Dülmen kenn ich mich besser aus. Mein Rad hat leider kein GPS.
  12. Habt mich auf der Rechnung! Ich blocke auch blaue Schuhe!

 

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 06. Februar 2017 um 11:37 Uhr
 
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