Volleyball (HM2): Siegreich im Derby

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Volleyball - Nachrichten
Geschrieben von: Markus Mohr   
Montag, den 14. November 2016 um 22:46 Uhr

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Neue Instruktionen während der Auszeit (mein Tanzbereich, Dein Tanzbereich...)

Dülmen (mpm). Am vergangenen Wochenende war wieder Derbyzeit. Die Spitzengruppe der BFS Westfalen Nord Coesfeld Kreisliga A im Hobbymixedbereich gab sich ihr Stelldichein namentlich mit der Erst- und Zweitbesetzung des TV Dülmens sowie der zugereisten SCU Lüdinghausen, welche sowohl gegen die Prima mit 1:2 (23:25, 25:13, 24:26) das Nachsehen und gegen die Sekunda mit 0:2 (19:25, 15:25) auch noch das kürzere Ende für sich hatte. Im vereinsinternen Duell behauptete sich die Adoleszenz vor den Altvorderen mit 2:0 (25:23, 25:11).

Es war Derbyzeit. Es hieß wieder für die alten Recken, sich auf zu machen, Schild und Harnisch aus der Kammer zu holen, sich mit Schwert und Hellebarde zu bewaffnen, um todesmutig in die Schlacht zu reiten -für Ruhm und Ehr und der Bestimmung, sich wieder einmal der immerwährenden Herausforderung der Adoleszenten gegen die Hausherrschaft der Altgedienten zu stellen.

Es war wieder Zeit. Das Treffen der Generationen ward frühmorgendlich im RvW mit bedenklich tiefer und ungewohnter Deckenhöhe und erschreckend hohem Netz anberaumt. Schon zum munteren Einspielen hatte die Prima alles mobilisiert, was Rang und Namen hatte – selbst fast Verschollene und Langzeitverletzte gaben sich ein illustres Stelldichein an der Seitenlinie, um den Eidgenossen Fürsprache und Unterstützung im bevorstehenden Duell beizustellen. Die Sekunda hingegen präsentierte sich im Sparkader - Männlein und Weiblein gleichermaßen sowie artgerecht verteilt und gerade so, dass die Mannstärke unter den gestrengen Augen des Schiedsgerichts den Minimalanforderungen der Spielordnung genüge leistete. Der Terminus Sparkader konnte hier nur in Bezug auf physische Mannstärke, nicht aufgrund spielerischer Qualitäten Anwendung finden, denn diese schlummerten wohlbehütet in jedem einzelnen und bedurften nur des Abrufens oder der Entfesselung.

Und diese ließ zunächst auf sich warten. Die Fanfaren verstummten, die Judikative gab ihren gepfiffenen Segen zu Spielbeginn und die Prima legte los, als gäbe es kein Morgen. Als wäre der Durchmarsch avisiert schien die Prima ihre Reserve überfahren und den Satz einheimsen zu wollen, noch bevor diese gemerkt hatten, wie ihnen geschehe. Und das klappte auch fast, denn bevor sich die Sekunda ins Spielgeschehen einfinden konnte, ward die Erste punktemäßig schon auf und davon. Als lapidare Erklärungsversuche mögen an dieser Stelle Argumente, wie „so wird in dieser Konstellation nur auf den Spieltagen gespielt und im Training schon gar nicht“ o.ä., angeführt werden, aber Fakt war von der Ersten sah die Zweite erst mal nur die Rücklichter. Es galt nun das jedem bekannte 5-1 wieder mit Leben zu füllen, den Staub von den Erinnermichs zu wischen und die alten Laufwege wieder auszutreten – ungeachtet dessen, sich gleichzeitig wieder den Eitelkeiten des Zuspiels unterzuordnen und mal wieder hoch zu springen.

So startete die Zweite sofort in Rücklage. Klassenprimus Pfitze punktete mehrmals pfiffig mit langen Bällen im Hinterfeld der Adoleszenz, welches zugegeben sträflich vernachlässigt wirkte, da der zuständige Abwehrchef noch im Westflügel nach dem rechten schaute und nicht auf seinem Posten war. Sicherlich nur ein paar Punkte aber gefühlt einen ganzen Stapel an Zählern lag die Sekunda zurück, bevor Altbewährtes griff, die Annahme sich stabilisierte und die Angreifer sich zum richtigen Zeitpunkt in die Lüfte erhebten, um das Rund des Leders gefahrbringend wieder auf die gegnerische Seite zu donnern. Mit viel Einsatz, Ehrgeiz und dem Glück des Tüchtigen verteidigte die Erste ihren Vorsprung und blieb bis zum Satzende im Spiel, kämpfte mit allen Mitteln um jeden Punkt und blieb bis zum Abpfiff gefährlich. Aber es reichte nicht. Gleich 23 Gegenpunkte musste die Zweite hinnehmen, bevor der erlösende Pfiff zum ersten Satzende des Derbys erscholl. Das war knapp.

In der zweiten Runde war die Sekunda von Beginn an hellwach und ließ sich weder an- noch überfahren. Es schien so als wäre der Prima die Puste ausgegangen, denn die Eigenfehlerquote auf Seiten der Ersten wuchs zusehends. Die Annahme wackelte, das Zuspiel musste sich für einen guten Pass ordentlich ins Zeug legen und der Angreifer sah sich immer mehr vier gierigen Händen entgegen, die seine Bemühungen im Keim ersticken wollten. Immer öfter gelang es der Sekunda , den hochgewachsenen Block zu umspielen, Stellungsfehler im Abwehrgefüge aufzudecken oder einfach den Spielaufbau auf der Gegenseite so empfindlich zu stören, dass anstatt eines gepfefferten Balles über die Mitte nur ein Puschel herübergespielt wurde, der mit Handkuss empfangen, ein wenig aufgepeppt wurde und mit Schmackes zurückgesendet werden konnte. So hielt die Sekunda die Altvordern auf Abstand, ließ nur 11 magere Punkte zu und erlangte einen weiteren Sieg im hausinternen Derby.

Ligabekannt ist sicherlich die oft praktizierte Vorliebe des Zuspiels – besonders der Sekunda – für den direkten Ball, der auf den Überraschungseffekt baut und die Abwehr der Gegenseite auf das Peinlichste berührt, wenn der Ball ohne Regung der Muskeln (bis auf ein nachfolgendes Achselzucken) auf dem Marktplatz fällt. So passierte es auch mehrfach an diesem Spieltag – nur in einer Situation anders herum. So war Timo noch an der Seitenlinie beschäftigt, nach der Korrektur der Flugbahn einer versprungenen Annahme, seine Gebeine zu ordnen und zurück auf das Spielfeld zu trotten, da hatte Lisa schon die räumliche Vakanz in der adoleszenten Feldmitte ausgemacht und den eigentlich dem Göttergatten zugesprochenen Ball schamlos direkt zurückgespielt. Selbst höchste Anstrengungen in Form einer Bodenaktion – an helfender Absicherung durch den Rest der Abwehr war natürlich nicht zu denken – gereichten nicht zur Abwendung des Unheils, denn der Ball tropfte unerreicht mit zwei Metern Abstand zur nächsten menschlichen Extremität auf den Boden. Überliefert ist es nicht, es ward als wäre neben dem schamlos ergatterten Punkt auch ein verschmitztes Grinsen ein weiterer Lohn für diesen erfolgreich durchgeführten Spielzug.

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Egge überwindet Mirka akrobatisch

Im Zwischenspiel des Spieltages traf die Erste auf die selbsternannte Stuhlbeinsäge aus der Steverstadt. Ein Widersacher mit den körperlichen und spielerischen Möglichkeiten, um die Erste vom langjährigen Vizeposition zu verdrängen und es sich selbst in der Sonne der Tabellenspitze gut gehen zu lassen. Der erste Schritt ward im Hinspiel getan, da wackelte der Titan aus Dülmen und strauchelte letztlich mit einer 1:2 Niederlage. Nun im Rückspiel sollte alles klar gemacht werden, die letzten Energiereserven wurden gebündelt und alles ins Feld geworfen, was der betagte Kader zu bieten hatte – auf beiden Seiten. Sehenswert war sicher das Duell der Lulatsche am Netz, wenn Egge und Philipp um die Lufthoheit am Netz haderten und sich sowohl im Angriff als auch im Block nichts aber auch gar nichts schenkten. So konnte die Erste im ersten Satz die Oberhand behalten, schwächelte enorm im zweiten und überließ den Lüdinghausenern das Feld, um im Finale zurückzukommen und ihr naseweises Näschen – hauchdünn aber wichtig – als Erster über die Ziellinie zu strecken. Spiel Satz und Sieg und Verteidigung der Vizeanwartschaft.

Im letzten Spiel galt es noch mit den Steverstädtern überein zu kommen. Mit der Motivation aus dem vorherigen Spiel hätte es noch ein flottes Stelldichein geben können, aber die Luft war etwa verpufft, das Pulver schien verschossen und bedächtiger Fatalismus machte sich breit. Hier schien es außer für die Sekunda nicht zu gewinnen zu geben. Gleichsam mit angezogener Handbremse eröffnete Lüdinghausen das Spiel und ließ die zuvor aufgeblitzte Kampfeslust vollständig vermissen. In selbsterfüllter Wahrheit, sich in das Schicksal des Unterlegenen schon zu Beginn eingefügt, kam auch nicht der Hauch von Unsicherheit auf, dass die erwartet klare Dominanz der Dülmener Sekunda gefährdete. Der TV2 ließ sich in dieser Situation nicht verunsichern, keinesfalls zweimal bitten und bat zum Tanz. Schon mit spielerischer Disziplin und ausformulierten Spielzügen wurde der Punktezug auf die Strecke und damit die PS auf die Straße gebracht. Die Steverstädter spielten gut mit, aber die Satzsiege und letztlich der Spielsieg standen zu keiner Zeit zur Disposition.

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Zum Ende wurde doch mit Herz gespielt

Es spielten für den TV:

  • Um zu gewinnen brüll ich auch mal eigene Mitspieler nieder.
  • Wenn ich auf sieben Meter stehe, werde ich auch nicht angebrüllt. Das weiß ich jetzt.
  • Ich würd ja gern, krieg aber nix ab.
  • Manchmal macht mir Uli schon Angst.
  • Ich trau mich auch, Timo mal den Ball weg zu nehmen. Wenn ich das nicht tue, klappt’s nicht.
  • Standvolleyball mit adenoviralem Infekt
  • Ich bin der König des Schulterzuckens.
  • Vier gewinnt auch manchmal nicht.

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